Europas Wochenende: Schweizer Geschichte, Ungarns Rettung und Spaniens Passspiel
Die Schweiz erreicht mit einem 64–0 das Halbfinale, Ungarn dreht das Spiel gegen Polen zum 14–10. Spanien und die Türkei gewinnen deutlich. Vier verifizierte Ergebnisse auf dem Weg nach 2027.
Ein Halbfinalticket, sieben Sekunden, drei Kantersiege
Das Länderspielwochenende am 17.–18. Oktober bot zwei Arten von Spannung: Ungarn brauchte fast jede verfügbare Sekunde, die Schweiz sorgte früh für Klarheit. Auch Spanien und die Türkei gewannen deutlich. Der Weg Richtung 2027 wird übersichtlicher; eine europäische Rangordnung lässt sich aus vier Resultaten allerdings nicht ableiten.
Im Mittelpunkt stehen vier verifizierte Ergebnisse der Männer-EM. Eine künstlich aufgefüllte Top 10 gibt es nicht. Für diese Spiele sind Ergebnis und sportlicher Kontext belegt: sieben A-Nationalteams und Großbritanniens Entwicklungsauswahl, die nicht mit dem britischen A-Team verwechselt werden darf.
Die vier wichtigsten Ergebnisse
- Schweiz 64–0 Dänemark — 17. Oktober, Vejle; Level 1, Gruppe D.
- Ungarn 14–10 Polen — 17. Oktober, Budapest; Level 1, Gruppe C.
- Türkei 60–9 Belgien — 17. Oktober, Ankara; Level 1, Gruppe A.
- Spanien 59–0 Großbritannien Development — 18. Oktober, Coventry; Level 2.
Die wichtigste Zahl gehört der Schweiz: 2–0 und ein gesicherter Halbfinalplatz.
Die Schweiz bestätigt ihren Durchbruch
Eine Woche nach dem knappen Erfolg gegen Tschechien beendete die Schweiz ihre Gruppenphase mit einem 64-Punkte-Sieg ohne Gegenpunkte. Laut AFI trug Nolan O’Leary von den Bern Grizzlies den ersten Kickoff über 95 Yards zum Touchdown zurück. Loris Lenzlinger bediente anschließend Ismael Schmid von den Calanda Broncos mit einem 39-Yard-Touchdownpass. Der Beitrag der Vereine war sofort sichtbar.
Benaya Alerini fing zwei Interceptions. Zur Pause stand es 21–0; Marwin Reimer und Lennox Gautschi erzielten jeweils zwei Touchdowns, Mika Steiger einen Safety. Das war mehr als der große Tag eines einzelnen Receivers.
AFI bezeichnet die Qualifikation unter Head Coach Geoff Buffum und Defensive Coordinator Alonso Espinosa als ersten Schweizer EM-Halbfinaleinzug seit 1987. Das ist die Leistung des Wochenendes. Nun gilt es, aus einem starken Oktober eine Mannschaft für die K.-o.-Spiele im nächsten Sommer zu entwickeln. Der Gruppensieg eröffnet eine Chance, er vergibt keine Medaille.
Ungarn findet den entscheidenden Abschluss
Polen führte in Budapest zur Halbzeit 10–0. Ungarn gewann dennoch 14–10: Zalán Dancsó fand Nándor Tóth sieben Sekunden vor Schluss zum entscheidenden Touchdown.
Laut AFI brachte Head Coach Ferenc Sződy Nationalteamdebütant Dancsó in der zweiten Hälfte. Der Quarterback erlief zunächst selbst Ungarns ersten Touchdown und warf später den Siegpass. Auch ein Fake Punt von Zalán Halász und eine Fumble Recovery von József Jócsák trugen zur Wende bei. Die Rettung war keine Einzelleistung.
Polens Enttäuschung ist nachvollziehbar: Konkurrenzfähigkeit ersetzt keinen Sieg, die Gruppenphase endet mit zwei Niederlagen. Ungarns Belohnung ist der nächste Drucktermin gegen Italien in Mailand, bei dem es um das Halbfinale geht. Einen schlechten Start überstehen zu können ist wertvoll; eine weitere Rettung in letzter Sekunde einzuplanen wäre riskant.
Spaniens Passspiel setzt ein Zeichen
Spaniens 59–0 in Coventry war bereits zur Pause beim Stand von 35–0 deutlich vorgezeichnet. FEFA hebt den Passangriff der Mannschaft von Jesús Fernández sowie drei erzwungene Ballverluste durch die Verteidigung hervor.
Iván López warf sechs Touchdownpässe, Pol Singleton zwei. Diese Zahlen bestätigen FEFA und IFAF. FEFA ernannte Adrián Bermúdez zum MVP; seine Touchdownzahl unterscheidet sich jedoch in den beiden Berichten und wird hier deshalb nicht angegeben.
Der Gegensatz zum vorherigen britischen Sieg in Georgien ist auffällig. Er rechtfertigt aber kein Pauschalurteil über britischen Football: Hier spielte die Entwicklungsauswahl. Spanien muss gegen Georgien in Jaca und in den Rückspielen 2027 nachlegen. Ein deutlicher Sieg ist eine Grundlage, noch kein vollzogener Aufstieg.
Türkei siegt klar, die Entscheidungsspiele folgen
Das 60–9 gegen Belgien beschert der Türkei am 25. Oktober in Wien ein direktes Duell mit Titelverteidiger Österreich um Gruppe A. Beide stehen bei 1–0. Das Ergebnis belegt türkische Überlegenheit an diesem Nachmittag, nicht automatisch Konkurrenzfähigkeit gegen Österreich.
Am 24. Oktober spielen Italien–Ungarn und Finnland–Großbritannien um Halbfinalplätze. Tschechien–Dänemark entscheidet über Platz zwei hinter der Schweiz, Spanien empfängt Georgien in Level 2. Auch außerhalb der vier Sieger-Fanlager bleibt viel auf dem Spiel.
Unser Fazit: Die Schweiz liefert den größten Erfolg, Ungarn die Spannung, Spanien die klarsten belegten Passstatistiken. Das nächste Wochenende wird zeigen, ob aus hohen Siegen dauerhafter Fortschritt wird.
Quellen und Grenzen
Grundlage sind IFAFs aktualisierter Wochenendbericht samt Gruppentabellen, FEFAs Spanien-Bericht und AFIs Berichte über die Schweiz und Ungarn. Widersprüchliche Yardangaben zu Ungarns Touchdowns bleiben außen vor. Die individuellen Zahlen sind belegte Höhepunkte, keine europaweite Bestenliste; vergleichbare öffentliche Spielstatistiken lagen nicht für alle vier Partien vor.