Europas Wochenende: Dresden holt die Krone, Österreich startet mit 75:0 in ein neues Kapitel
Dresden beendet Potsdams Regentschaft, Søllerød gewinnt das dänische Finale und Österreich eröffnet seine neue EM-Kampagne ohne Gegenpunkte. Drei Ergebnisse, zwei Pokale, ein Saisonwechsel.
Zwei Titel, dann ein neuer Gang
Am 3. und 4. Oktober vergab Europas Football Klubtrophäen und eröffnete eine neue Länderspielkampagne. Die Dresden Monarchs vollendeten eine ungeschlagene Saison, indem sie die Potsdam Royals endlich auf der größten Bühne bezwangen. Die Søllerød Gold Diggers holten Dänemarks Titel. Österreich stellte anschließend einen neuen Head Coach und einen stark erneuerten Nationalteamkader vor – mit 75 Punkten ohne Antwort.
Das verbindende Thema ist der Übergang: vom Jäger zum Champion, vom Zusammenspiel im Verein zu Aufgaben im Nationalteam. Für diesen Rückblick liegen drei verifizierte Ergebnisse aus dem Herrenbereich vor, keine zehn. September-Finals hinzuzufügen würde die Ergebnisliste verlängern, die Berichterstattung aber verschlechtern.
Die Ergebnisse des Wochenendes
Dresden Monarchs 27:19 Potsdam Royals — GFL Bowl, 3. Oktober: Dresdens zweite deutsche Meisterschaft und eine perfekte Saison.
Søllerød Gold Diggers 34:14 Copenhagen Towers — Mermaid Bowl XXXVII, 3. Oktober: ein dänischer Finalsieg mit 20 Punkten Vorsprung.
Österreich 75:0 Belgien — IFAF-Herren-Europameisterschaft, 4. Oktober: ein souveräner Auftakt in Gruppe A.
Das sind unterschiedliche Wettbewerbe, keine europaweite Rangliste. Österreich lieferte den größten Abstand, Deutschland das knappste Ergebnis der drei verifizierten Spiele. Dafür muss niemand so tun, als hätte der gesamte Kontinent nach einem gemeinsamen Spielplan gespielt.
Engster Ausgang: Dresden schreibt endlich ein anderes Ende
Dresdens 27:19 im Rudolf-Harbig-Stadion beendete Potsdams Serie von drei deutschen Titeln zwischen 2023 und 2025. Zum dritten Mal in Folge trafen beide Teams im Finale aufeinander. Diesmal machten die Monarchs aus ihrer ungeschlagenen Saison die erste Meisterschaft seit 2021.
Der offizielle GFL-Bericht nennt eine frühe Interception von Logan Mobelini sowie Lauf-Touchdowns von Quarterback Rocky Lombardi und Runningback Tofunmi Lala auf dem Weg zur 14:6-Halbzeitführung. Potsdam verkürzte später auf 24:19. Am Ende lag Dresden dennoch acht Punkte vorn. Lombardi wurde zum MVP des Endspiels gewählt; die Liga meldete 25.016 Zuschauer.
Das ist ein bedeutender Machtwechsel an der Spitze, keine gewöhnliche Tabellenverschiebung. Das Team von Head Coach Greg Seamon brachte die Aufgabe gegen jenen Gegner zu Ende, der die jüngsten Meisterschaftsdebatten dominiert hatte. Potsdams Antwort hielt das Finale offen, verlängerte aber nicht die Dynastie. Unser Urteil: Dresdens stärkstes Argument war die Konstanz über die gesamte Saison, nicht bloß ein gewonnener großer Auftritt in der eigenen Stadt.
Dänemark: klarer Abstand, ohne erfundenes Drehbuch
Søllerøds 34:14 gegen Copenhagen war nach dem Ergebnis der deutlichere Sieg in den beiden nationalen Endspielen des Wochenendes. Flashscore führt die Partie als beendet; die offizielle Wettbewerbsseite der DAFF liefert den Spielkontext. Uns liegen weder ein verifizierter dänischer Statistikbogen auf Spielerebene noch die Abfolge der Scores vor.
Dieser Unterschied zählt. Zwanzig Punkte verraten, wer klar gewonnen hat. Sie verraten nicht, ob ein bestimmter Quarterback dominierte, welcher Verteidiger das Spiel veränderte oder wann die Entscheidung fiel. Der Titel gehört den Gold Diggers. Die individuellen Erklärungen müssen auf Belege warten.
Für dänische Fans ist das nächste Kapitel bereits international. Dänemark teilt seine EM-Gruppe mit Tschechien und der Schweiz. Ein nationaler Titel entscheidet einen Wettbewerb, aber nicht automatisch darüber, wie eine Nationalmannschaft abschneiden wird.
Höchster Sieg: Österreichs Umbruch kommt sofort auf Touren
Österreichs 75:0 in Salzburg war der Ausreißer des Wochenendes. Der österreichische Verband berichtet von 24 Nationalteamdebütanten unter dem neuen Head Coach Stefan Pokorny. Die amtierenden Europameister führten vor 1.370 Zuschauern zur Halbzeit 41:0.
Die namentlich belegten Beiträge sagen mehr aus als ein weiteres Adjektiv für den Vorsprung. Starting Quarterback Nico Hrouda bediente Jonas Dachs-Wiesinger zum ersten Touchdown und punktete auch per Lauf. Nikolaus Huszar trug eine Interception zum Touchdown zurück. Der 19-jährige Dean Opara steuerte einen Lauf-Touchdown bei, nur zwei Wochen nach seinem Einsatz für Österreichs U19. Ersatz-Quarterback Bastian Steinmair fand anschließend Lukas Moyzisch für einen weiteren Touchdown.
Das sind vom Verband bestätigte Scoring-Beiträge, keine erfundene Statistikrangliste. Vergleichbare Gesamtwerte für Pass-, Lauf- und Receiving-Yards über alle drei Spiele konnten wir nicht verifizieren. Österreichs Weg vom Nachwuchs ins Herren-Nationalteam ist ohnehin die stärkere Geschichte: Ein veränderter Kader lieferte sofort ab. Belgiens hohe Niederlage zeigt allerdings noch nicht, wie diese Mannschaft gegen ebenbürtigere Gegner bestehen wird.
Wer aufsteigt – und was folgt
Dresden und Søllerød werden von Titelanwärtern zu Meistern. Österreich startet mit einem Sieg in Gruppe A, doch der Europameistertitel 2027 bleibt eine eigene Aufgabe. Das nächste Heimspiel ist für den 25. Oktober gegen die Türkei angesetzt.
Das übrige Oktoberprogramm bietet weiteren Fanlagern eigene Anknüpfungspunkte. Der IFAF-Spielplan nennt Polen–Italien und Schweiz–Tschechien am 10. Oktober sowie Georgien–Großbritanniens Entwicklungsteam am 11. Oktober. Die Herren-Nationalteams Finnlands und Großbritanniens sollen am 24. Oktober aufeinandertreffen. Das Entwicklungsteam ist ein eigenständiger Teilnehmer; Großbritannien spielt nicht zweimal in derselben Gruppe.
Die Schlussfolgerung: die abgeschlossenen Vereinssaisons feiern und danach die Erwartungen neu setzen. Dieses Wochenende krönte zwei Meister und bescherte Österreich einen eindrucksvollen Auftakt. Den Pokal des nächsten Jahres hat es niemandem überreicht.