Dreiecksbeziehung mit Helmen: ELF sieht „keinen Platz für drei Ligen“, EFA und AFLE werben um dieselben Fans
Die ELF spricht von neun Teams und bestehenden Verträgen, die EFA führt aktuell eine Saison 2026 mit sechs Teams, AFLE plant mit acht. Europas Profifootball liest sich gerade wie ein Beziehungsstatus-Update mit Pads.
Der europäische Profifootball ist an dem Punkt der Romcom angekommen, an dem alle behaupten, sie seien die Vernünftigen, niemand wirklich ausgezogen ist und der Gruppenchat lichterloh brennt. Den Satz der Woche lieferte die European League of Football selbst: CEO Zeljko Karajica sagte gegenüber Foot Bowl, es gebe „keinen Platz für drei Ligen“. Außerdem erklärte er, die ELF spreche über neun Teams, habe einen Spielplan an jene Clubs geschickt, die sie als ELF-berechtigt ansieht, und wolle vertragliche Rechte gegenüber Vereinen durchsetzen, die inzwischen öffentlich mit EFA- oder AFLE-Projekten verbunden sind.
Das ist die ELF-Seite dieses Dreiecks: Verträge, Deadlines, Partnerclubs und das Argument, dass im ursprünglichen Haus noch die TV-Möbel stehen. Pigskin Europe hat die ELF-Ligaseite deshalb von der alten 16-Team-Liste 2025 zurückgeschnitten. Für 2026 führen wir nur noch die Teams, die die ELF in ihrem eigenen aktuellen Artikelstrom öffentlich angekündigt oder bestätigt hat: Raiders Tirol, Frankfurt Galaxy, Prague Lions, Paris Musketeers und Madrid Bravos. Die Liga spricht von neun Teams, aber „über neun Teams sprechen“ ist noch kein finaler Spielplan mit neun fixen Teilnehmern.
Die EFA gibt sich derweil als der ruhigere Partner mit Tabellenblatt und Governance-Vokabular. Auf der eigenen Website heißt es: „Six teams. Thirteen weeks. One mission.“ Der veröffentlichte Spielplanbericht für 2026 nennt sechs Teams: Frankfurt Galaxy, Munich Ravens, Nordic Storm, Paris Musketeers, Prague Lions und Raiders Tirol. Das ist deutlich kleiner als die frühere breite EFA-Verbandsliste mit elf Clubs. Pigskin zeigt auf der EFA-Seite deshalb das aktuelle 2026er Spielfeld, nicht den größeren politischen Stammbaum. Die Madrid Bravos werden dort ausdrücklich nicht für die EFA-Saison geführt.
AFLE ist die dritte Ecke des Dreiecks und hat derzeit den klarsten öffentlichen Kalender. Nach AFLE-Angaben startet die Premierensaison am 23. Mai, umfasst 51 Spiele über 16 Wochen und endet am 6. September mit dem Gold Bowl in Duisburg. Das aktuelle Feld besteht aus acht Teams: Berlin Thunder, Rhein Fire, Vienna Vikings, Panthers Wrocław, Alpine Rams, Paris Lights, Firenze Red Lions und London Warriors. Gerade der letzte Name zählt: Pigskin hatte noch den Platzhalter „London Football Team“ geführt; AFLE hat inzwischen Name und Logo der London Warriors veröffentlicht, also wurde das korrigiert.
Die Satire schreibt sich fast von selbst, aber für Fans ist der praktische Kern ernst. Rhein Fire, Vienna Vikings, Berlin Thunder und Panthers Wrocław sitzen öffentlich im AFLE-Boot. Der aktuelle EFA-Spielplan führt Frankfurt, Munich, Nordic Storm, Paris, Prague und Raiders Tirol. Die ELF sagt, einige Clubs hätten laufende Verträge, und warnt, dass Fragmentierung alle schwäche. Alle versprechen Stabilität. Und alle erklären auf ihre Weise, warum der Ex trotzdem ans Telefon gehen sollte.
Der fairste Zwischenstand lautet deshalb nicht: drei fertige Ligen. Sondern: AFLE plant mit acht, EFA plant beziehungsweise berichtet mit sechs, und die ELF kündigt schrittweise an, streitet um Rechte und sagt, für alle drei sei kein Platz. Fans brauchen vorerst Geduld, einen Bleistift für den Kalender und vielleicht einen Paartherapeuten mit Pfeife.
Open European League of Football page English original